Obwohl der Adel seit 1918 als rechtlicher und gesellschaftlicher Stand abgeschafft ist, findet diese Bevölkerungsgruppe bis heute großes Interesse bei einem breiten Publikum. Zwar hat sich die Wissenschaft immer wieder mit der - allerdings meist älteren - Geschichte des Adels beschäftigt, doch erst in den letzten Jahren ist ein intensivere Auseinandersetzung mit dem Adel im 19. und 20. Jahrhundert zu beobachten. Die vorliegende Arbeit will den Adel in seiner jüngsten Geschichte zwischen Umbruch und Neuorientierung in einer republikanisch-demokratischen Gesellschaft zusammenhängend untersuchen. Deshalb wird die rechtliche, politische, wirtschaftliche und soziale Situation des Adels in der Weimarer Republik dargestellt. Die Arbeit wurde als Dissertation von der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Heidelberg im Sommersemester 1987 angenommen. Bei dem nun vorliegenden Text handelt es sich um eine überarbeitete und gekürzte Fassung. Die Literatur ist bis Frühjahr 1991 eingearbeitet worden. Inhaltsgliederung: Standortbestimmung des reichsdeutschen Adels zu Beginn der Weimarer Republik - Rechtsstellung des Adels in der Weimarer Republik - Die Deutsche Adelsgenossenschaft (DAG) als Interessenvertretung des deutschen Adels - Mentalität und Ideologie - Berufe des Adels - Berufstätigkeit adeliger Frauen - Religion und Kirche - Industrie, Wirtschaft, Handel und Finanzwesen - Fazit - Ausführliches Register.