Die Scharfrichter im ehemaligen Kurfürstentum Trier übten neben ihrem blutigen Amt meist auch das des Schinders (Abdeckers) aus. Diese von der Gesellschaft gefürchteten, aber auch wegen ihrer "Kunst" heimlich bewunderten Nachrichter und Wasenmeister galten als "unehrlich" und wurden einerseits gemieden, andererseits aber bewundert und insgeheim aufgesucht, um sich von ihnen wundärztlich behandeln zu lassen und um von ihnen eine Medizin oder ein "Zaubermittel" käuflich zu erwerben. Soziologisch, volkskundlich, rechtsgeschichtlich und medizinhistorisch gehört diese Berufsgruppe zu einem der interessantesten, genealogisch aber zu einem der schwierigsten Kapitel der Kulturgeschichte. In diesem bemerkenswerten Buch werden Verfassung und Verwaltung sowie das Gerichtswesen im Kurfürstentum Trier geschildert und der Begriff der "Unehrlichkeit" erläutert. Der Autor berichtet weiter über Tätigkeitsbereiche, Berufssprache, Kleidung, Ausbildung, Werkzeuge, soziale Bildung und wirtschaftliche Verhältnisse der Scharfrichter, Henker und Wasenmeister bis hin zu ihrer Ehrlichsprechung. Es folgen die Strafvollzugsmaßnahmen mit Torturen, Leibes- und Lebensstrafen.